Facettenreiche Italienerinnen

Sardinien und Sizilien verkörpern «Bella Italia» ebenso wie das Festland. Und dennoch weisen die Inselschönheiten ein anderes, ganz eigenes Naturell auf. So gehen hier nicht nur die Herzen von Italienfans auf.


Sardinien – Italiens ungeschliffener Smaragd

Sardinien – allein schon der Name weckt Assoziationen, die Ferienstimmung aufkommen lassen: smaragdgrünes Wasser, karibisch anmutende Sandstrände und blank gewienerte Yachten, die es im Sommer aus allen Herren Länder an die Costa Smeralda lockt. Weit weniger mondän als Sardiniens exklusivste Küste präsentiert sich der Rest der zweitgrössten Mittelmeerinsel, was ihrer Anziehungskraft allerdings keinen Abbruch tut – im Gegenteil. Insbesondere im Landesinneren offenbart die Insel ihre ursprüngliche, wildromantische Seite und gewährt tiefe Einblicke in die Volkseele der Sarden: ein Volk mit eigener Sprache, Küche und Kultur, inbrünstig verteidigten Traditionen sowie einer jahrtausendealten Geschichte. Früh lehrte sie diese: «Chi venit de è su mare furat» – wer über das Meer kommt, ist ein Dieb. So flohen die Sarden allmählich in die Berge, wo sie Schutz vor Plünderern und Eroberern fanden und aus Fischern ein Volk aus Bauern und Hirten wurde. Viele ihrer Dörfer lagen so isoliert, dass sich im Laufe der Jahrhunderte ganz unterschiedliche Brauchtümer entwickelten. Noch heute führt ein Teil von ihnen ein archaisches Leben, das selbst unsere Grosseltern nicht mehr kannten. Die Vielfältigkeit und Kontraste der Insel zeigen sich auch in Flora und Fauna. Nicht umsonst wird Sardinien «der kleine Kontinent im Mittelmeer» genannt. Durch den viele romantische Küsten-, Serpentinen- und Panoramastrassen führen. Schliesslich ist bei einer Mietwagen-Rundreise auch der Weg das Ziel.

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Mit ihrem pastellfarbenem Antlitz und Charme nimmt das unterhalb eines genuesischen Kastells gelegene Bosa Besucher im Nu von sich ein.

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Costa Smeralda: Sardiniens exklusive Küste verzaubert auch mit wildromantischen Winkeln und landschaftlicher Schönheit (Foto: Kurt Stich).


Sizilien – Mosaik der Kulturen und Epochen

«Dass ich Sizilien gesehen habe, ist mir ein unzerstörlicher Schatz auf mein ganzes Leben»: So fasste Goethe 1787 seine Reiseerlebnisse auf der grössten Mittelmeerinsel zusammen. Dies mag lange her sein, doch auch Siziliens Schätze sind schwer zu zerstören. Trotzen viele doch schon länger dem Zahn der Zeit als die «Ewige Stadt» Rom. Denn sobald es Schiffe gab, weckte das in der Mitte des Mittelmeers, aber auch zwischen Afrika und Europa, Okzident und Orient gelegene Eiland bei fremden Herrschern Begehrlichkeiten – also schon lange bevor es zur römischen Kornkammer wurde. Minoer, Phönizier, Karthager, Griechen – die Liste der Eroberer liest sich wie das «Who is Who» der ersten Grossmächte. Und alle haben ihre Spuren hinterlassen und somit ein Kulturerbe erschaffen, das nach seinesgleichen sucht. So präsentiert sich Sizilien wie ein Mosaik der Epochen und Kulturen, dessen Steinchen die Zeugnisse früherer Zivilisationen sind. Und all die Mosaikteilchen, die sich als nicht ‘unzerstörlich’ erwiesen, haben die Italiener mit Dolce Vita, pittoresken Barockstädten, italienischer Ursprünglichkeit und Gaumenfreuden ersetzt. Doch auch die Natur trug viel zur Attraktivität Siziliens bei: kilometerlange Sandstrände, einsame Buchten, Schluchten, Hügel und der «Berg der Berge»: der Ätna – Europas mächtigster, immer noch aktiver Vulkan. So bietet Sizilien ein Feuerwerk an Möglichkeiten – insbesondere für eine Rundreise im Mietwagen. Und dennoch lässt sich hier hervorragend einen Gang runter schalten.

Das Küstenstädtchen Cefalù lockt mit dem Zauber des Südens, aber auch mit Welterbe-Architektur und einer grandiosen Naturkulisse.

Taormina verzückt sowohl durch ihre Schönheit als auch durch ihre Lage. Unter ihr das Meer, hinter ihr der Ätna – was für ein Panorama!

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