• Brasov, Rumänien

Reisetipp des Monats – Rumänien

Viel mehr als Graf Dracula
Wer schon viel gereist ist in Europa und gerne ein Land „entdecken“ möchte, das noch eher „unberührt“ ist von grossen Tourismusströmen, dem kann man Rumänien wärmstens empfehlen!

In Bukarest, auch „Paris des Ostens“ genannt, ist die Besichtigung des Parlamentspalastes, welcher noch vom Diktator Ceausescu erbaut wurde, ein „Muss“. Bei einer Führung wird einem klar, was Grössenwahn und Prestige gegen Ende seiner Ära für eine Rolle gespielt hatten. Im zweitgrössten Gebäude der Welt erhält man einen Einblick in einen Teil der 1000 Räume und 30 Sitzungssäle. Alles mit feinstem Handwerk und Materialien ausschliesslich aus Rumänien erbaut… unvorstellbar! Über Geschmack kann man geteilter Meinung sein, aber niemand ist unberührt nach diesen Eindrücken.

Schnell stellt man fest, dass dieses gastfreundliche Land im Wandel ist und vieles der jüngeren, schwierigen Vergangenheit bereits Geschichte ist. Es gibt einem ein gutes Gefühl zu sehen,, dass es vielen Menschen heute gut geht (in manchen Gegenden glaubt man sich fast in der Schweiz oder Deutschland). Auch die vielerorts gepflegte Infrastruktur macht einem das Leben als Tourist angenehm und überall wird man freundlich empfangen. Unsere Erwartungen wurden mehr als übertroffen!

Gute Strassen führen durch oft liebliche Landschaften, schöne Täler, typische Dörfer (auf dem Land mit meist nur eingeschossigen Häusern). Viele Storchennester finden sich auf Telefonmasten entlang den Strassen, ab und zu ein Pferdekarren, kontrastierend dazu auch ultramoderne Landmaschinen – das ganze Entwicklungsspektrum ist hier noch sicht- und erlebbar. Die Besucher werden überrascht durch neue Hotels, herausgeputzte, hübsche Dorfkerne mit gemütlichen Fussgängerzonen. Diese laden zum einkaufen oder verweilen ein und sind nie überlaufen.

Rumäniens ist ein Land mit einer sehr reichen, oft verwirrenden Geschichte. Durch seine Lage zwischen Ost- und Westmächten war es immer wieder Schauplatz von Auseinandersetzungen oder wurde von verschiedensten Kulturen, Religionen und Bevölkerungsgruppen besetzt und geprägt. Auch die Einflüsse aus den nördlichen und südlichen Nachbargebieten sind spürbar und präsent, etwa in der vielseitigen Küche. Heute leben nicht weniger als 19 offiziell anerkannte Minderheiten erstaunlich friedvoll nebeneinander.

Unsere Reise hat als Schwerpunkt das Gebiet Siebenbürgen (Transsylvanien). Diese oft liebliche Landschaft ist bekannt für die vielen Kirchenburgen. Jede ähnlich und trotzdem einzigartig. Besonders sympathisch, wenn die Führung vom Pfarrer persönlich gemacht wird! Auch Schlösser und Burgen, die lange Geschichten „erzählen“ (von makaber bis prunkvoll), begegnen uns immer wieder auf der Reise. So geniessen wir die angebliche Residenz „Draculas“ (die Törzburg) genauso wie die zauberhafte Sommerresidenz ehemaliger rumänischer Könige.

Nach den Karpaten, die im Winter Ski- und im Sommer Wandergebiet sind und immer noch über 6000 Braunbären beherbergen, geht es Richtung Schwarzes Meer zum Donaudelta.

Bald wird es flacher, wir durchfahren lange Alleen und auf beiden Seiten reichen die riesigen Felder bis zum Horizont. Einen besonderen Akzent setzen die grossen modernen Windkraftanlagen, die hier Energie erzeugen.

Die Donaudelta-Landschaft gleicht manchmal einem „Märchen-Dschungel“ und ist ein Paradies für viele Vogelarten und üppige Vegetation. Unzählige Nebenflüsse und schöne Seen mit Seerosen machen es für uns Touristen zu einem Ort der Erholung!

Gemütlich lassen wir die Reise ausklingen und geniessen die Ruhe, bevor es dann via die lebendige Hauptstadt Bukarest wieder zurück in die Schweiz geht.

Rita Eppenberger, Reiseleiterin von Vögele Reisen, im Juni 2015


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Frau in Tracht

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Stadt Biertan

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