Kolumbien - Südamerika kompakt in einem Land

Guerilleros, Drogen, Gewalt – Kolumbien war lange Zeit Synonym dafür. Doch nach dem Friedensabkommen zwischen FARC und Regierung blüht das Land richtiggehend auf und belohnt Reisende reich. So steigt die Zahl der «Wiederholungstäter» stetig an.

Jahrzehntelang war Kolumbien ein Garant für negative Schlagzeilen, die sich teilweise ins Gedächtnis gebrannt haben. Ein Land, über das die Meinungen so lange gemacht waren, hat es nicht leicht, das Vertrauen der Welt zurückzugewinnen und sich von Vorurteilen zu befreien. Dennoch ist Kolumbiens Ruf im Begriff sich zu ändern: Weg von der Assoziation mit Pablo Escobar, dem berühmtberüchtigten Drogenboss des Medellín-Kartells, hin zu einer Gesellschaft, deren ehemaliger Präsident Juan Manuel Santos 2016 den Friedensnobelpreis erhielt. Gewürdigt für den Friedensschluss mit der ältesten Guerilla Amerikas: die FARC.


Südamerikanische Quintessenz

Drei Jahre danach stehen die Vorzeichen gut für Kolumbien. Der Frieden wurde implementiert und die Entwaffnung der FARC ist abgeschlossen. Zudem geben namhafte Reiseführer dem Land als Destination sehr gute Noten. So ziehen viele Touristiker und die jüngere Reisegeneration Kolumbien bereits den touristischeren Nachbarländern vor – aus gutem Grund. Denn Kolumbien verblüfft dank vier verschiedener Klimazonen mit einer beispiellosen Vielfältigkeit an Naturschätzen und vereint Südamerikas landschaftliche Facetten quasi in einem Land. Die Bandbreite reicht von tropischer Opulenz im Amazonas-Regenwald über Wüstenlandschaften bis hin zu den schneebedeckten Gipfeln des höchsten Küstengebirges der Welt. Das Land zwischen Atlantik und Pazifik bietet aber auch karibische Strände mit Sand wie Puderzucker, indigene Traditionen, ein reiches Kolonialerbe und eine bewegte und bewegende Geschichte – spannender als jeder Krimi. Doch der wohl grösste Schatz des Landes ist die Herzlichkeit der Bevölkerung, die nach Jahren im touristischen Abseits Reisende besonders warmherzig empfängt.

Impressions-Flut 2600 Meter über Meer

Um sich von Kolumbiens Vielzahl von Vorzügen zu überzeugen, begleiten Sie uns am besten gleich selbst auf unserer Rundreise – vorerst im Geiste. Zum Auftakt zünden wir gleich ein urbanes Feuerwerk: Bogotá – stets am Explodieren, aber auch Implodieren. Eine Millionenstadt mit Sogwirkung; rund jeder fünfte Kolumbianer lebt hier. So garantiert die auf einer Hochebene der Anden gelegene Hauptstadt (2640 m ü. M.) eine Flut an Grossstadt-Impressionen. Ein weiteres Reise-Glanzlicht ist das prähispanische Kulturerbe von San Agustin: eine Region, die als eine der bedeutsamsten und zugleich geheimnisvollsten archäologischen Fundstätten des Kontinents gilt. Nicht ganz so alt, aber nicht minder sehenswert ist die «weisse Stadt». Mit ihren schneeweiss getünchten Hausfassaden zählt Popayán zu den schönsten Kolonialstädten Kolumbiens. Unweit der Stadt liegt Silva – das Zentrum der Guambiano-Indianer. Dienstags ist hier immer Markt und der ruhige Ort verwandelt sich in einen wuseligen, farbenprächtigen Indigenen-Basar.

Kaffee, Kakao, Kokain und Kriminalität

Das schwarze Gold ist zweifellos ein kolumbianischer Exportschlager. Kein Wunder – Kolumbiens Kaffee zählt zur Weltspitze. Allerdings muss man ihn nicht mal mögen, um in der sogenannten Kaffeezone auf seine Kosten zu kommen. Deren malerische, endlos grüne Hügellandschaften bietet auch visuellen Hochgenuss. Überdies wird hier auch Kakao angebaut. Genau so reizvoll fürs Auge ist das schmucke Städtchen Salento und das nicht weit davon entfernte Cocora-Tal. Hier wächst Kolumbiens Nationalbaum: die Palma de Cera – die höchste Palmenart der Welt. Ebenfalls mit einem Superlativ erlangte die Grossstadt Medellín Bekanntheit: Bis zur Jahrtausendwende galt sie als gefährlichster Ort der Welt. Doch dank hoher Investitionen in Bildung und Infrastruktur hat sich die Kokain-Kapitale zu einer innovativen und kosmopolitischen Metropole gewandelt. Ein Streifzug durch Medellíns Gegenwart und Vergangenheit fesselt, fasziniert und lässt selbst Geschichtsmuffel die Ohren spitzen.

Karibisches Sahnehäubchen zum Schluss

Um das kolumbianische Südamerika-Mosaik mit den fehlenden Steinchen zu ergänzen, führt uns die Reise am Ende noch an die Küste, wo die türkisfarbene Karibische See an feinsandige Palmenstrände brandet. Auf diese Weise überzeugt beispielsweise die Playa los Angeles des Taironaka-Naturreservats, ein Stück vom Paradies auf Erden gefunden zu haben. Viel karibische Unbeschwertheit versprüht auch Cartagena – die «Perle der Karibik». Und garantiert als bloss fünftgrösste Stadt die wohl erlesenste Auswahl an Möglichkeiten. Mit ihrer bestens erhaltenen Kolonialarchitektur in allen Farben des Regenbogens ist sie daher auf einer jeden Kolumbien-Reise Pflicht und Kür zugleich. Und ein würdiger finaler Höhepunkt, um Abschied von einem Land zu nehmen, das mit so vielen Highlights aufwarten kann. Gewiss, einen Teil des Ballastes der Vergangenheit schleppt es noch mit sich. Doch die grösste Gefahr, die heute von Kolumbien ausgeht, ist, dass es Reisende zu «Wiederholungstätern» macht!

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