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Reisetipp des Monats – Marokko

Marokko lässt sich nicht mit anderen nordafrikanischen Ländern vergleichen. Es ist eine Welt für sich - in Bezug auf die Landschaft wie auch auf die Bevölkerung.

Manchmal glauben Sie sich in Europa, doch im nächsten Moment finden Sie sich dann doch in Afrika wieder. Bei einer Fahrt im Frühling durch den Hohen Atlas kommt es oft vor, dass es noch etwas schneit und wenige Stunden später stehen Sie in den schönen Sanddünen von Merzouga und können auf Kamelen (bzw. Dromedaren) reiten.

Und diese faszinierende Landschaft bei Sonnenuntergang wird Sie schlichtweg begeistern (mir geht es jedes Mal aufs Neue so). Unterwegs begegnen Sie oft Eselkarren und kurz darauf stecken Sie in Casablanca im Feierabendverkehr. In den engen Gässchen der Medinas ist der Eselkarren noch heute das übliche Transportmittel für allerlei Lasten, denn dort hätten Autos gar keinen Platz. Die riesige Hassan II Moschee in Casablanca darf von Touristen (mit Führung) besucht werden und versetzt jeden in ehrfürchtiges Staunen.

Wehrdörfer und Kasbahs südlich des Atlas liefern traumhafte Fotosujets, vor allem wenn im Frühjahr noch Schnee auf den Gipfeln liegt. Kein Wunder, gibt es mehrere Orte in Marokko, welche auf der Liste der UNESCO-Weltkulturerbe stehen.

Moderne junge Marokkanerinnen aus der Stadt, die einen westlich orientierten Lebensstil pflegen und lediglich zu Besuch bei Verwandten auf dem Land sind, stöckeln in “High Heels“ und “Mini-Jupes“ umher, während schwarz verschleierte Frauen von ländlichen Regionen (vor allem hinter dem Atlasgebirge) genau so zum Strassenbild gehören. Beide fühlen sich wohl, beide Lebensstile gehören hierher.

Halbnomaden leben noch immer ganz traditionell im Atlasgebirge während sich die „Städter“ nicht von uns unterscheiden. Berber und Araber haben sich schon lange vermischt, leben in friedlicher Koexistenz und sind sogar häufig verheiratet.

Ganz klar, auch die Pflanzen haben sich den Klimazonen und Niederschlagsmengen angepasst. So sehen wir auf unserer Fahrt verschiedene Plantagen (von Kirschen bis Orangen), Erdbeer- und Gemüsefelder, Zedernwälder oder die Dattelpalmen, welche die Flussläufe und Oasen im Süden säumen. Ein ganz besonderer Baum ist der Argan-Baum: Argan Öl wird auch das „Flüssige Gold“ von Marokko genannt. Oft wurde versucht, diesen Baum im Ausland anzupflanzen, aber bis heute ohne Erfolg. Dieser gedeiht lediglich in ganz wenigen Regionen Marokkos, sonst nirgends auf der Welt. Seine Früchte ähneln Oliven, sind aber nicht essbar. Man gewinnt sein Öl für Kosmetika, aber auch für die Küche (z.B. Salate). Kein Wunder, haben es die Berberfrauen schon lange für sich entdeckt und verarbeiten es auch heute noch von Hand. Es ist das beste und teuerste Öl und jeder, der es mal probiert hat, schwört darauf. Selbst die Ziegen lieben diese Früchtchen, so dass diese oft in die Arganbäume klettern.

Handwerkskünste existieren in Marokko zahlreiche. Sie faszinieren mich jedes Mal wieder: Leder wird noch unter „ganz speziellen“ Bedingungen produziert, wunderschöne Mosaike entstehen für Moscheen, Hotels und Tische. Auch Schmiede-, Schreiner- und Seidenarbeiten erfolgen in Handarbeit – da gibt es immer wieder viel zu entdecken und zu staunen. In der Altstadt von Marrakesch hat jede Berufsgruppe ihr eigenes Gässchen. Hier wird alles produziert und Sie werden die Geschicke der Handwerker beobachten können. Schlussendlich geht niemand ohne leere Taschen nach Hause – ganz im Gegenteil - oft geht es mit einer neu gekauften Tasche zurück.

Mein Tipp zum Schluss: Nehmen Sie genug Filmmaterial bzw. Speicherchips mit. Apropos Fotos und Filmaufnahmen: Wegen des ewig blauen Himmels, den klaren Lichtverhältnissen sowie dem günstigen Preisniveau haben sich in Marokko einige Filmstudios angesiedelt.

Freuen Sie sich ebenfalls auf besonders schöne Sujets und kommen Sie mit uns doch auf diese tolle Rundreise!


Rita Eppenberger
Vögele Reiseleiterin
(Juli 2015)

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Hassan II Moschee, Casablanca

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Atlas, Draatal

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Gewürzmarkt

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