Kulturhauptstädte: Darum gibt es sie

Jedes Jahr rücken zwei europäische Städte ihr Kulturleben und -erbe ins Rampenlicht – als Kulturhauptstadt Europas. Wer es werden kann und worum es beim Förderprogramm geht.

Was?

Die Kulturhauptstadt Europas ist eine Kulturinitiative der Europäischen Union (EU). Seit 1985 wird der Titel verliehen, seit 2004 an mindestens zwei Städte pro Jahr.

Warum?

Die Initiative soll den kulturellen Reichtum Europas hervorheben und fördern und zu einem besseren Verständnis der Europäer füreinander beitragen.

Wer kann’s werden?

Um die bei den EU-Erweiterungen hinzugekommenen neuen Mitglieder möglichst rasch in das Programm einzubinden, wird seit 2009 immer je eine Kulturhauptstadt aus den alten und neuen Mitgliedstaaten ernannt. Bewerben können sich Städte aus der EU, aus EFTA-/EWR-Staaten und neuerdings auch aus Ländern, die EU-Mitglied werden wollen, allerdings bloss nach einer festgelegten zeitlichen Abfolge. 2020 tragen Galway (Irland) und Rijeka (Kroatien) den Titel.

Was braucht’s dazu?

Jede Bewerbung muss ein Kulturprogramm mit einer starken europäischen Dimension enthalten. Dieses muss auf ein Jahr angelegt und eigens für das Kulturhauptstadtjahr erstellt werden.

Was erhalten die Sieger?

Das Preis- respektiv Fördergeld beträgt pro Stadt 1,5 Millionen Euro. Klingt nach wenig, doch die Vergabe des Titels setzt in der Regel auch zahlreiche Investitionen in Gang, wodurch die Initiative auch die Stadtentwicklung der Austragungsorte voranbringt.

2015 feierte das kulturelle Förderprogramm der EU sein 30-jähriges Bestehen. Seither durften sich über sechzig Städte, ein Jahr lang Kulturhauptstadt Europas nennen. Bei der Attraktivität als Reiseziel gibt es hingegen grosse Unterschiede. Folgende Kulturhauptstädte sind aber auch in touristischer Hinsicht sehr sehenswert, hierzulande aber noch nicht sonderlich bekannt:


Galway (2020) | Cork (2005) | Dublin (1991)

Plovdiv (2019, Bulgarien)

Matera (2019, Italien)

Valletta (2018, Malta)

San Sebastian (2016, Spanien)

Riga (2014, Lettland) | Tallin (2011, Estland) | Vilnius (2009, Litauen)

Guimaraes (2012) | Porto (2001) | Lissabon (1994)

Sibiu (2007, Rumänien)

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