Traumhaftes Island

Zum ersten Mal besuchen wir Island. Vor allem sind wir auf die Gegensätze und Extreme gespannt, welche dieses Land charakterisieren. Auf der achttägigen Reise werden wir von den wild schroffen Landschaften, eigenartigen Lavafeldern sowie von idyllischen und imposanten Wasserfällen in einen Bann gezogen. Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen unseres Reisetagebuchs.

1. Tag, 30. Juni 2017: Zürich – Reykjavik

Aufgeregt und voller Vorfreude sind wir am Freitag nach Island gestartet. Der Flug verlief ruhig, doch gleich nach der Landung durften wir das erste Mal schmunzeln; das Isländische Bodenpersonal konnte die Fluggastbrücke nicht befestigen. Erst nach mehrmaligem vor und zurück klappte es endlich. Der Pilot heiterte den Vorfall mit lustigen Kommentaren auf.

Auf Island angekommen, wurden wir von der sympathischen Gudrun begrüsst. Der Name wird in Isländisch zwar ähnlich geschrieben, aber total anders ausgesprochen, so à la Wutherun.

Der Weg nach Reykjavik betrug ca. 40 Min. Zuerst war die Landschaft etwas enttäuschend, so hatten wir uns doch bereits schroffe Klippen und grüne, bizarre Hügel vorgestellt. Abwarten! Die eher karg wirkende Natur wich einem mit grünem mosbewachsenen Lavafeld und auch die ersten Häuschen tauchten auf. Wirklich hübsch doch das sollte bei weitem noch nicht alles sein!

Die kurze Stadtrundfahrt durch Reykjavik gab der Gruppe einen Überblick und (zu) viele Ideen für den letzten Tag.

Endlich waren wir im Hotel und konnten die Zimmer beziehen. Die Zeit reichte, dass wir uns kurz frisch machen konnten, denn das köstliche Abendessen wartete auf uns. Eines der Highlights war das Dessertbuffet, diverse Kreationen mit Liebe zum Detail zubereitet himmlisch!

2. Tag, 01. Juli 2017 oder "Der Tag der Wasserfälle": Reykjavik – Vik

Die Nacht war relativ erholsam. Warum nur relativ? Immer wieder sind wir aufgewacht und erschrocken, weil es so hell war. Für die nächste Nacht müssen wir definitiv unsere Schlafmasken benutzen!

Nun gut, das Frühstück steht an und wenn wir an gestriges Abendessen denken, dann wird das ein leckerer Start in den Tag.

Pünktlich geht die Reise in Richtung Osten zum Geysir Strokkur. Die etwas mehr als zwei Stunden dauernde Fahrt vergeht wie im Flug. Es kommt uns so vor, als ob Island nach jeder Kurve mit noch spektakuläreren Landschaften aufwartet. Hier ein Flüsschen, das sich durch den Lavaboden schlängelt, da ein paar beeindruckende Pseudokrater und dort steigt Dampf aus dem Boden heraus. Ja, wir sind definitiv in Island angekommen!

Der Strokkur ist ein kleiner Lausbub. Er schiesst sehr wohl Wassersäulen in die Luft, und das auch in relativ kurzen, regelmässigen Abständen, aber natürlich nur dann, wenn man entweder mit der Kamera nicht bereit ist oder ihm den Rücken zudreht. Nach mehreren Versuchen haben wir es dann doch noch geschafft, ein tolles Foto zu knipsen.

In der gleichen Gegend befinden sich auch tiefblaue heisse Quellen und bunte Bächlein. All das ist umgeben von einer atemberaubenden Kulisse.

Weiter geht die Fahrt zum ersten Wasserfall, dem Gullfoss. Der ist wirklich beeindruckend, die riesen Wassermassen, die erst ca. elf, danach ca. 20 Meter in die Tiefe stürzen sind fast ohrenbetäubend. Nun drückt auch die Sonne durch und die satt grünen Wiesen wirken noch satter und grüner.

Anschliessend besichtigen wir kurz einen milchig-blauen Fluss, der durch schwarze Lavafelsen fliesst, danach heisst der nächste Stopp Seljalandsfoss. Das ist der Wasserfall, bei dem man hinten durch gehen kann. Diesen Weg empfehlen wir aber dringend nur denen, die wirklich trittsicher sind. Denn der Pfad ist uneben, rutschig und teils matschig. Aber keine Angst, das Mystische dieses Wasserfalles erlebt man auch, wenn man nicht ganz hinten durch läuft.

Ob der Skogafoss auch so toll ist? Auch wenn er es nicht sein sollte, alleine die Strecke dorthin lohnt sich. Sonnengelbe Blumen in saftg-günen Wiesen werden ab und zu von kleinen Flüsschen unterbrochen, ganz hinten am Horizont schimmert das Meer durch die Sonne.

Spontan dürfen wir vom Bauernhof Fotos schiessen, der beim grossen Vulkanausbruch 2010 gänzlich mit Asche überdeckt wurde. Der Vulkan im Hintergrund ist unter einer weissen Decke eingehüllt und wirkt friedlich.

Im Museum Skogar, ein Heimatmuseum, finden wir diverse Erinnerungsstücke an eine interessante Kultur. Haben Sie gewusst, dass die Isländische Sprache eine der ältesten der Welt ist?

Jetzt machen wir uns auf, zum letzten Stopp und Wasserfall des heutigen Tages. Der Skogafoss ist nicht sofort als Wasserfall erkennbar, denn er ist versteckt zwischen den grünen Hügeln. Nur der heraufsteigende Sprühnebel lässt erahnen, was dort auf uns wartet.

Er ist wunderbar! Offen gestanden ist der Fall an sich, nicht einer der spektakulärsten, aber die Naturszene in welcher er sich befindet, ein Traum. Auch hier stechen die satt grünen Hügel ins Auge, die in der Sonne fast zu glühen scheinen. Mitten drin der donnernde Skogafoss, fast wie in einem Märchen. Langsam fange ich an, auch an Elfen und Trolle zu glauben...

Ein eindrücklicher Tag neigt sich dem Ende zu. Nach dem abermals sehr leckeren Nachtessen fallen wir müde ins Bett dieses mal mit Schlafmaske.

3. Tag, 02. Juli 2017: Vik – Höfn

Gut gelaunt (denn die Schlafmaske hat genützt) starten wir in den neuen Tag und fragen uns, was der wohl bringen mag. Das Wetter sieht nicht sehr vielversprechend aus, doch wir sind in Island, da kann sich das rasant ändern.

Den ersten Stopp legten wir bereits nach ca. 20 Min. am Dyrholaey ein. Hier nesten die Papageientaucher nur während des Sommers. Es braucht Glück, damit wir mindestens einen dieser kleinen, witzigen Vögel sehen. Das Glück ist auf unserer Seite und nach einer kurzen Weile fliegen einige Papageientaucher beim Felsen ein und aus. Besonders im Landeanflug sehen die Tierchen ulkig aus. Denn dann strecken sie ihre knallroten Füsschen dem Landeplatz entgegen. Nur wenige konnten das fotografisch festhalten wir beide gehörten leider nicht dazu.

Unmittelbar danach ging es für einen kurzen Spaziergang zu einer Höhle mit einem faszinierendem Aufbau. Es fällt uns schwer diesen zu beschreiben, deshalb hier das Bild dazu.

Für den Nachmittag stand eigentlich eine leichte Wanderung im Skaftafell N.P. zu einer der zahlreichen Gletscherzungen auf dem Programm. Doch aufgrund eines (zum Glück nicht schlimmen) Zwischenfalls, musste das ausgelassen werden. Wir wollten schliesslich alle pünktlich um 16.00 Uhr die Bootsfahrt in der Gletscherlagune unternehmen. Die lokale Reiseleiterin hat deshalb kurzerhand einen Halt bei einer näher gelegenen Gletscherzunge arrangiert. Der Fussweg war nur ein paar Minuten und somit konnten wir etwas Zeit gut machen. Die Zeit drückte immer noch etwas, doch unser Fahrer gab alles und brachte uns pünktlich und sicher zur Lagune.

Die Bootsfahrt war wahnsinnig toll! Erst fuhr das Amphibien-Fahrzeug holpernd ins Wasser, um danach an Eisbergen vorbei zu tuckern. Grosse und kleine Eisberge glitzern und schimmern in der Sonne, wunderbar. Was haben wir auch für ein Wetterglück? Auf dem Weg zur Lagune hatte es zwischendurch wie aus Eimern geschüttet.

Gleich nach der Bootstour geht es über die Strasse zum sogenannten Diamanten Strand. Eigentlich erhielt er den Namen wegen der Eisblöcke, die an den schwarzen Strand gespült wurden und im Sonnenlicht funkeln. Das sieht wirklich hübsch aus. Doch ehrlich gesagt fasziniert uns beide der glitzernde schwarze Sand fast mehr. Am liebsten würden wir eine Handvoll mitnehmen.

Den Tag lassen wir mit einem gemütlichen Spaziergang in Höfn ausklingen. Die herrliche Abendstimmung ist schlichtweg traumhaft.

4. Tag, 03. Juli 2017: Höfn – Egilstadir

Den heutigen Tag verbringen wir hauptsächlich mit der Fahrt durch die nach wie vor eindrückliche Landschaft. Die Strasse schlängelt sich den Klippen entlang, welche die östlichen Fjorde bilden. Hie und da stoppen wir, um die Landschaft und besondere Punkte auch mit dem Fotoapparat festzuhalten. Der eine Fotostopp soll bei einem kleinen orangenen Leuchtturm sein, natürlich wieder mit toller Szenerie. Der Fahrer ist nicht ganz so begeistert, weil der kurze, schmale Weg dorthin kaum breiter ist als unser Bus. Aber natürlich hat er die Herausforderung angenommen und mit Bravour gemeistert.

Wieder haben wir Glück und die Sonne gewinnt immer mehr im Kampf gegen die Wolken. Die filigranen Wasserfälle wirken im Sonnenschein noch hübscher, als sie ohnehin schon sind.

Auf dem Tagesprogramm steht auch der Besuch von Petras Steinsammlung. Wir beide waren sehr positiv überrascht. Auf dem ganzen Grundstück sind unzählige Steine in allen möglichen Formen und Farben vorzufinden. Diese sind zum grössten Teil in den idyllischen Garten eingebettet, der mit Bänkchen zum Verweilen einlädt. Eine Vielzahl leuchtender Blumen in fast allen Farben strahlen einem entgegen und es duftet herrlich. Leider aber haben die Wolken und etwas Regen Überhand genommen und wir setzen uns lieber ins gemütliche Häuschen.

Das Endziel von heute ist Egilsstadir, wo wir in einem Hotel mitten im Wald untergebracht werden. Einige der Gruppe unternehmen nach dem Abendessen einen Spaziergang. Das war ursprünglich auch unser Plan, doch wir waren mit zwei Teilnehmern aus der Gruppe so in ein Gespräch vertieft, da hatte am Schluss die Zeit nicht mehr gereicht. Wir finden es immer wieder interessant, was für spannende Personen man auf so Gruppenreisen trifft.

5. Tag, 04. Juli 2017: Egilsstadir – Myvatn – Akureyri

Wieder dürfen wir spektakuläre Landschaftsbilder auf uns wirken lassen.

Bei Namaskard steigen wir aus, um blubbernde Schlammlöcher und dampfende Böden zu bestaunen. Um unsere Schuhe und auch den Bus vor dem hartnäckigen Schlamm zu schützen, kriegen alle blaue Überzieher. Das führt zur Belustigung der ganzen Gruppe, schon von weitem erkennt man uns mit den blauen "Finken" umherstapfen. In der Luft hängt der "angenehme" Duft von verfaulten Eiern, doch das verdirbt das Farbenspektakel kein bisschen.

Nun geht es weiter in Richtung Myvatn See. In der Gegend wandern wir zwischen fantasieanregenden Felsformationen durch; hier sieht man ein Troll und dort drüben ein sich küssendes Pärchen. Apropos Troll, immer wieder haben wir auf der Fahrt welche gesehen. Denn die Steine, die in den Hängen liegen, sind Trolle, die es nicht mehr rechtzeitig nach hause geschafft haben und deshalb von der Sonne versteinert wurden. Arme Kerle!

Ein weiteres Highlight des Tages ist der Godafoss. Es handelt sich um einen Wasserfall, der in einem wunderschönen, smaragdblauen Fluss, dem Skjalfandafljot, endet. Wow!

Jetzt wartet Islands nördliche Metropole auf uns, Akureyri. Die Anfahrt in den Ort ist einzigartig. Akureyri liegt am längsten Fjord Islands und wir müssen erst um einen Teil des Fjords herumfahren, was uns gute Aussicht auf die Stadt gibt. Es ist kälter und bewölkter...Wir fühlen uns hier so richtig im Norden.

Morgen steht unter anderem der Besuch des Museums Glaumbaer an. Wir sind gespannt.

6. Tag, 05. Juli 2017: Akuereyri – Borgarfjördur

Der Weg nach Glaumbaer ist nicht mehr so abwechslungsreich, wie wir es von Island bisher gewohnt sind. Die eine Strecke dauert ca. zwei Stunden und weil wir übers Hochland fahren, gibt es für diese Zeit keinen WC-Halt.

In Glaumbaer angekommen dürfen wir auf eigene Faust das kleine Freilichtmuseum entdecken. Von aussen wirkt es, als wären es mehrere kleine Häuser. Doch drinnen sieht man den langen Gang, von dem man in jedes Zimmer Zugang hat. Es ist relativ dunkel, weil es nicht viele Fenster hat, aber man sieht trotzdem, wie der Torf aufgeschichtet wurde. Es ist beeindruckend zu sehen, wie die Isländer früher gelebt haben.

Der Hraunfossar sieht toll aus mit seinen tausenden kleinen Wasserfällen, die teils kaskadenartig in den Fluss plätschern. Auch der Barnafoss beeindruckt mit seinen tossenden Wassermassen, die auf relativ engem Raum zusammenfliessen.

7. Tag, 06. Juli 2017: Borgarfjördur – Thingvellir – Reykjavik

Happy birthday! Heute feiert ein Gruppenmitglied Geburtstag. Die Schweizer Reiseleitung Ella überreicht im Namen von Vögele ein kleines Isländisches Präsent und Gudrun hat einen kleinen Kuchen organisiert. Im Bus singt die ganze Gruppe Happy Birthday und der Fahrer singt sogar auf Isländisch.

Im Thingvellir N.P. betrachten wir die Bruchzone der Kontinentalplatten Eurasiens und Amerikas. Die Bruchstellen der Platten sind 6 km von einander entfernt und bewegen sich heute immer noch ca. 2-4 cm auseinander. Im Tal befindet sich eine Lavaebende, in welcher man auch tiefe Schluchten erkennt.

Der Wind ist ziemlich stark und wir müssen unsere Kameras gut festhalten, damit die nicht in eine der Schluchten geweht werden.

Ebenfalls liegt der grösste Binnensee Islands in dieser Zone. Dort wo heute eine Besucherplattform steht, trafen sich früher die Politiker um u.a. neue Gesetze zu beschliessen. Auf dem einen Anwesen trifft sich der Isländische Präsident heute noch mit ausländischen Diplomaten. Der Park bietet also Eindrücke natureller sowie historischer Natur.

Kaum zu glauben, dass der Nationalpark bereits die letzte Station der Reise gewesen sein soll. Wir fahren alle zurück nach Reykjavik. Mit Freude erwarten wir am Abend das leckere Buffet, welches wir am ersten Abend schon geniessen konnten.

8. Tag, 07. Juli 2017: Reykjavik – Zürich

Den Vormittag verbringen wir in Eigenregie und machen uns in der Hauptstadt auf Entdeckungstour. Das Hotel ist nicht weit von der Einkaufsstrasse gelegen, super! Doch es bleibt beim Schaufensterbummel, denn die Isländischen Preise schlagen das Schweizer Preisniveau fast immer.

Am Nachmittag werden wir zum Flughafen gebracht und eine ereignisreiche, grossartige Reise geht zu Ende. Tschüss Island, danke für deine wunderbaren Naturschönheiten, die uns noch lange in Erinnerung bleiben.

Das Programm der Abreisen von 2018 wurde leicht angepasst. Zum Beispiel werden die Museen Skogar und Glaumbaer nicht mehr besichtigt, dafürbesuchen Sie das neu erbaute Lavacenter. Das genaue Programm entnehmen Sie bitte hier: https://www.voegele-reisen.ch/vrisla

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