Indonesien

Ein Archipel der Vielfalt und Extreme: über 17.500 Inseln, von denen rund 6.000 besiedelt sind. Zahlreiche Highlights von vier der grössten Inseln, deren Naturräume und Kultursphären nicht unterschiedlicher sein könnten, werden wir ihnen auf dieser abwechslungsreichen und interessanten Reise näherbringen.

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Indonesien Rundreise mit Schweizer Reiseleitung Edith Gobbi.

Bequem fliegen wir mit der renommierten Fluggesellschaft Singapore Airlines über Singapore nach Medan, die multikulturelle Metropole Sumatras im Norden der Insel. Einen Eindruck erhalten wir von dieser geschäftigen Stadt mit ungewöhnlich gut erhaltener kolonialer Architektur bei einer Orientierungsfahrt mit unserem lokalen Reiseleiter, der uns auch die kommenden Tage begleiten wird. Wir besuchen unter anderem die grosse Moschee (Masjid Raya), wo sich einheimische Besucherinnen bereitwillig von uns ablichten lassen. Studentinnen wollen wissen, woher wir kommen und möchten gleichzeitig ihre Englischkenntnisse anwenden. Bei einem wunderbar präsentierten Abendessen erhalten wir einen ersten kulinarischen Einblick in die lokale Küche.

Schon etwas akklimatisiert und einigermassen ausgeschlafen geht es am nächsten Tag auf einer abwechslungsreichen Fahrt nach Bukit Lawang, Ausgangspunkt für den Besuch des Gunung Leuser Nationalparks. Wir werden nicht enttäuscht. Ein noch nicht ausgewachsenes Orang Utan Weibchen, gefolgt von einem stattlichen Orang Utan Männchen, der sich zum Glück überhaupt nicht für uns interessiert angesichts der jungen Orang Utan Dame. Unsere Rangers warten mit vielen interessanten Geschichten auf über Fauna und Flora dieses riesigen Parks.

Etwa 30% der Bevölkerung im Norden Sumatras sind christliche Batak, so sehen wir auf unserer Route über Berastagi auch immer wieder kleinere und grössere Kirchen. Besonders erwähnenswert ist die Gereja Katolik Santo Fransiskus Asisi, eine Kirche im Karo-Batak-Stil mit schönen Schnitzereien, Ornamenten und Bleiglasfenstern.

In einigen Dörfern im Hochland um Berastagi leben die Karo-Batak noch in ihren traditionellen Wohnhäusern für Grossfamilien. Eines dieser Dörfer besuchen wir und werden freundlich empfangen.

Über das Karo Plateau, vorbei am Sipisopiso Wasserfall erreichen wir nach einer kurvenreichen Strecke das Ufer des Toba Sees, dem weltweit grössten Krater See mit einer Länge von 87km und einer Breite von 27km. Von Parapat setzen wir über auf die Insel Samosir. Hier haben sich die Toba niedergelassen, die als die ursprünglichen Batak gelten. Ein idealer Ort, um sich zu erholen und die Insel mit den ehemaligen Siedlungen der Könige von Siallagan und deren Gräber, sowie die Dörfer entlang des Sees zu erforschen. Dies tun wir per Boot und zu Fuss. Traditionelle Langhäuser, die früher von Königen bewohnt waren. Heute werden hier Volkstänze aufgeführt.

In Medan am Flughafen endet unsere Rundreise durch den Norden Sumatras. Es heisst Abschied nehmen von unserem lokalen Reiseführer. Flug via Jakarta nach Yogyakarta, Sitz des Sultans und ausserdem bekannt als Stadt der Künstler und des Kunsthandwerkes auf der Insel Java, der am dichtesten besiedelten Insel Indonesiens. Der Sultanspalast und die Badepools des Taman Sari stehen unter anderem auf unserem Programm. Ausserhalb der Stadt besichtigen wir die Highlights Zentraljavas: die Tempelanlagen der hinduistischen und buddhistischen Dynastien (beide zählen seit 1991 zum UNESCO- Weltkulturerbe).

Nach einer Fülle an kulturellen Höhepunkten geht die Reise weiter Richtung Ostjava per Bahn und Bus. Pause am malerischen Fischerhafen von Pasuruan und weiter in das auf 1650 m gelegene Tosari, Bergdorf der hinduistischen Tengger und Ausgangspunkt für den Besuch des Tengger Massivs. Schon vor Sonnenaufgang fahren wir mit Jeeps auf die Aussichtsterrasse des Gunung Penanjakans auf ca. 2650 m, um den Sonnenaufgang über dem Tengger Massiv zu erleben, dessen bekanntester und landschaftlich schönster Vulkan der Gunung Bromo ist. Es dampft und grollt aus der Caldera des immer noch sehr aktiven Vulkans, die wir uns später vom Kraterrand aus der Nähe ansehen. Schon unzählige Male habe ich hier oben gestanden und jedes mal ist es wieder ein fantastisches Erlebnis. Foto Tengger Massiv

Noch am selben Abend verlassen wir Ostjava mit einem Flug von Surabaya nach Makassar, der Hauptstadt Süd-Sulawesis, eine der bedeutendsten Hafen- und Handelsstädte des Archipels und als Tor nach Ost-Indonesien. Unser lokaler Reiseführer Eman erwartet uns pünktlich und unterhält uns bereits während des Transfers zum Hotel mit einem Lied aus seinem reichen Repertoire.

Unser Ziel ist das ca. 300 km nördlich von Makassar gelegene und gebirgige Hochland Tana Toraja. Die Fahrt dorthin führt uns erst noch ein Stück der Küste entlang durch Dörfer, deren Bewohner sich vorwiegend mit Reisanbau und Fischzucht beschäftigen.

Ab Pare Pare steigt die Strasse immer weiter an Richtung Rantepao, wo wir abends erst ankommen. Rantepao ist der Hauptort des Regierungsbezirks Nordtoraja und das kulturelle Zentrum dieser Volksgruppe. Die Strapazen der langen Fahrt haben sich gelohnt. Steile Kalkfelswände und hohe, bewaldete Berge umgeben fruchtbare Flusstäler mit Reisfeldern und Bambushainen. Harmonisch fügen sich die Dörfer der Toraja mit ihren reich verzierten Häusern in diese malerische Kulturlandschaft ein.

Obwohl weitgehend zum Christentum bekehrt, hat sich das protomalaiische Volk der Toraja die Ahnenverehrung und damit einen wichtigen Teil seines Glaubens beibehalten. So werden die Toten zum Teil in Höhlen oder in den Fels gemeisselten Gräbern bestattet.

Die Toten werden ohne Särge in die Felsen geschoben und die Öffnung dicht verschlossen. Aus Holz geschnitzte und eingekleidete Ebenbilder der Verstorbenen stehen auf Balustraden vor den Felsen- und Höhlengräbern. Diese Tao Tao (Puppen) werden durch noch wenige auf dieses Handwerk spezialisierte Holzschnitzer hergestellt. Bei den sogenannten hängenden Gräbern sind die Särge meist an Holzgestellen an hohen Felswänden aufgehängt. In Gebieten ohne Felswände werden die Toten in der Erde begraben und ein kleines Toraja-Haus wird darauf errichtet. Alle Familienmitglieder werden zusammen ohne Särge begraben.

Nach dem Glauben der Toraja ist das Leben im Diesseits nur ein Übergang und allein das Sein danach von Bedeutung. Aus diesem Grund werden je nach sozialer Stellung des Verstorbenen über mehrere Tage dauernde Totenfeste gefeiert, wobei zahlreiche Büffel und Schweine geopfert werden. Zur eigentlichen Bestattung bringen die Verwandten und sonstigen Gäste Geschenke mit: Büffel, Schweine, Palmwein, Zigaretten oder andere Dinge. Wir haben Glück, an so einer Begräbniszeremonie teilnehmen zu können und werden herzlich willkommen geheissen und mit Tee, Kaffee und Süssigkeiten bewirtet.

Nach zwei ausgefüllten Tagen geht die Fahrt mit unserem versierten Fahrer und seinem umsichtigen Beifahrer zurück zum Flughafen von Makassar. Verabschiedung von unserem aufgestellten lokalen Führer.

Nach 1,5 Stunden Flug erreichen wir bereits Denpasar, Hauptstadt der Insel der Götter und Dämonen. Ein lächelnder lokaler Führer in traditioneller Kleidung namens Sugita heisst uns willkommen und schon geht die Fahrt los nach Ubud, dessen zentrale Lage idealer Ausgangspunkt für die Ausflugsziele unserer nächsten Tage ist.

In und um Ubud finden sich unzählige Handwerkszentren, wo Kunstwerke entstehen. Fast jeder Balinese scheint ein Künstler zu sein: Holzschnitzer, Maler, Steinmetze, Tänzer oder Gamelan-Musiker. Nach einer ersten Einführung in die verschiedenen Kunsthandwerke, fahren wir zu den heiligen Quellen von Tampak Siring.

Unterwegs werden wir Zeugen einer aufwendigen Tempelzeremonie. Die weltweit einmalige Variante des Hinduismus auf Bali sucht ihresgleichen. Wir fühlen uns in einer anderen Welt.

Und weiter bis zum Kraterrand von Kintamani, wo wir mit Blick auf den Vulkan Batur (1717 m) und den See ein feines Mittagessen geniessen.

Das Angebot an Geschäften in Ubud ist riesig, so dass hier die Qual der Wahl angesagt ist, wenn es gilt, ein Mitbringsel für die Lieben zu Hause zu erstehen. Ebenso gross ist das Angebot an Restaurants, die es an den freien Abenden auszuprobieren gilt.

Am folgenden Tag geht es wieder los in Begleitung unseres balinesischen Guide Sugita und unserem Fahrer Team Richtung Norden über Bedugul zu den drei Seen Bratan, Buyan und Tamblingan. Am Bratan See besichtigen wir die Tempelanlage Pura Ulun Danu, wo auch wieder eine Zeremonie im Gange ist.

Am Nachmittag wandern wir durch die beeindruckenden Reisterrassen von Jatiluwih, die zu Recht zum Unesco-Weltkulturerbe zählen. Mehr erfahren wir hier über das älteste Anbau- und Bewässerungssystem.

In Ubud und anschliessend auch in Sanur bleibt Zeit für Einkäufe, Erholung, Wellness oder zusätzliche Besichtigungen. Es besteht auch die Möglichkeit, sich eine Tanzaufführung anzusehen, sei es Legong, Barong oder der berühmte Kecak Tanz.


Auf einer Liege im Palmengarten oder am Strand in Sanur lassen wir die eindrückliche Reise nochmals Revue passieren: die Vielfalt der Landschaften, die einzigartigen Kulturen und Baudenkmäler, vor allem aber auch die ausnahmslos freundlichen und zuvorkommenden Menschen bleiben uns in guter Erinnerung.

Lassen sie sich überzeugen – kommen sie mit!

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