Adventstage – Erlesende Stadtperlen im Lichterglanz

Folgende sechs Städte sind für unsere «Adventstage» wie geschaffen: Allesamt architektonische Glanzlichter, die das ganze Jahr mit grosser Strahlkaft trumpfen. In der Weihnachtszeit wohnt ihnen aber ein noch grösserer Zauber inne.


Prag – erhabene Schönheit im Lichtergewand

Als wäre Prag nicht schon prächtig genug! Nichtsdestotrotz: In der Adventszeit trägt die einstige Residenzstadt der Könige gerne noch etwas dicker auf und greift tief in ihre Schmuckschatulle. Auch an glanzvollen «Titeln» mangelt es der UNESCO-Metropole nicht: «Stadt der hundert Türme», «Magische Stadt» oder «Goldene Stadt» sind bloss drei von ihnen. Drei Versuche, Prags Schönheit und Ambiance in eine Bezeichnung zu packen. Doch die tschechische Hauptstadt ist schlicht zu vielseitig, um in einen Beinamen zu passen. Den Namen «Goldene Stadt» erhielt Prag aufgrund ihrer in der untergehenden Sommersonne glänzenden Turmspitzen. Aber auch ein Besuch im Winter lohnt sich. Und wie! Denn wenn der Winter die Stadt in ein weisses Kleid hüllt, wenn Nebelschwaden von der Moldau aufsteigen und die Laternen der Karlsbrücke deren Statuen in ein mystisches Licht tauchen, liegt vielleicht ein noch grösserer Zauber über der Stadt. Die historischen Gas-Leuchten auf der Karlsbrücke wie auch anderswo in der Altstadt bringt in der Adventszeit der wieder zum Leben erweckte Laternenanzünder zum Leuchten – wie vor über hundert Jahren. Überdies funkeln in der Adventszeit sechs märchenhafte Weihnachtsmärkte vor teils spektakulärer Kulisse um die Wette.

Ljubljana – die verborgene Perle Europas

«Den magischen Dezember» nennen die Slowenen den letzten Monat im Jahr – mit gutem Grund. Denn im Dezember verwandelt sich Slowenien in ein leuchtendes Märchenland. Besonders viel weihnachtliche Magie versprüht Sloweniens Hauptstadt. Denn eine künstlerisch konzipierte Stadtbeleuchtung verleiht Ljubljana noch mehr Glanz. Aber die kleine Metropole ist mit ihrer Zuckerbäckerarchitektur und eleganten Bauten aus Renaissance, Barock und Jugendstil das ganze Jahr eine Wohltat für die Augen. Obschon die ehemals sozialistische Stadt schon lange aus ihrem Dornröschenschlaf erwacht ist und sich heute als wahres architektonisches Schmuckkästchen präsentiert, gilt sie für eine Städtereise immer noch als Geheimtipp. Ljubljana bedeutet übersetzt «die geliebte Stadt» und tatsächlich fällt es einem höchst einfach, die Stadt in sein Herz zu schliessen. Denn obwohl Ljubljana die grösste Stadt Sloweniens ist, hat sie sich ihren Kleinstadt-Charme bewahrt und entschleunigt Besucher mit ihrer Entspanntheit und Zwanglosigkeit.

Kopenhagen – Welthauptstadt des Glücks

Ungezwungen, aufgeschlossen, tolerant, fortschrittlich, stilvoll und sehr sympathisch – so präsentiert sich die dänische Hauptstadt dem Besucher. Und Kopenhagen ist «Hygge»! Hygge? Am ehesten kann das dänische Wort mit Behaglichkeit übersetzt werden, doch die Übersetzung deckt nicht annähernd dessen Bandbreite ab. Denn Hygge ist nicht nur ein Wort, sondern ein Bestandteil der dänischen Tradition und Kultur – ein Lebensgefühl, das gemäss dem Glücksforschungsinstitut in Kopenhagen glücklich macht. So sind auch die pittoresken Giebelhäuser in Kopenhagens Hafen Hygge, genauso wie Freunde und Familie. Oder eine dampfende Tasse Schokolade vor dem Kamin und ein Bummel durch den in der Adventszeit märchenhaft geschmückten Vergnügungspark Tivoli. Hygge hat insbesondere in der Weihnachtszeit Hochsaison. Denn Kälte und Dunkelheit lassen die Dänen zur Höchstform auflaufen, um für eine gemütliche Atmosphäre zu sorgen – draussen wie drinnen. Mit tonnenweise Kerzen, Lichterketten und funkelnden Weihnachtsmärkten krönen sie den Dezember gar zum «hyggligsten» Monat des Jahres und Kopenhagen zur Weihnachtshauptstadt von Dänemark. Ein Land, das von den Vereinten Nationen bereits viermal zur glücklichsten Nation der Welt gekürt wurde.

Krakau – Weltkulturerbe der ersten Stunde

Zu den ersten zwölf Stätten, welche die UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt hatte, zählten unter anderem die Galapagos Inseln sowie der Yellowstone Nationalpark. Und Krakau! Wer noch nie in Polens heimlicher Hauptstadt war, mag dies erstaunen, aber für alle anderen kommt dies nicht von ungefähr. Denn die unversehrte Altstadt, die zu den schönsten architektonischen Ensembles Europas zählt, ist in der Tat eine Augenweide und wartet mit sage und schreibe 5500 Bauten aus Mittelalter, Renaissance und Barock auf. Denn Krakau beherbergte von 1320 bis 1596 die polnischen Könige. Und wie es sich für Könige gebührt, polierten sie ihre Residenzstadt zum Vorzeigeobjekt auf. Noch reizvoller als sonst präsentiert sich die märchenhafte Metropole in der Vorweihnachtszeit. Trumpf der Stadt ist Polens schönster Weihnachtsmarkt, der sein romantisches Flair unter anderem seiner Kulisse verdankt. So findet der Markt – umgeben von Palästen und Patrizierhäusern – auf dem Rynek Główny statt, dem grössten mittelalterlichen Platz Europas.

Stockholm – Symbiose aus Urbanität und Natur

Malerisch zwischen Mälarsee und Ostsee liegt das «Venedig des Nordens»: Stockholm. Wer die Adventszeit lieber etwas ruhiger begeht und sich gerne treiben lässt, ist hier goldrichtig. Besteht ein Drittel der Stadtfläche doch aus Wasser. Das zweite Drittel der auf 14 Inseln errichteten Metropole ist grün respektive weiss im Winter. Die nordische Schönheit repräsentiert somit eine Ureigenschaft der schwedischen Volksseele: die Naturverbundenheit. Auf dem verbleibenden Drittel hat Skandinaviens grösste Stadt auch kulturell und architektonisch viel zu bieten. Wie ein Magnet auf Besucher wirkt beispielsweise die Altstadt Gamla Stan. Enge, krumme Gässchen, im Sonnenschein goldgelb bis kupferrot leuchtende Bürgerhäuser, kleine Läden, Cafés, Restaurants: Gamla Stan verzaubert ganzjährig, aber besonders in der Adventszeit. Zeitig wird‘s dann dunkel. Und das ist gut so. Denn der weihnachtliche Zauber entfaltet sich erst nach der Abenddämmerung vollumfänglich, wenn die Stadt im Lichterglanz erstrahlt. Für eine Adventsreise nach Stockholm sprechen auch die aussergewöhnlichen Kulissen der Weihnachtsmärkte: Denn Glögg, Elchwurst, Kunsthandwerk und dergleichen gibt es nicht nur in der pittoresken Altstadt zu kaufen, sondern auch im königlichen Hofstall, im Freilichtmuseum Skansen oder auf Schloss Drottningholm.

Riga – Weihnachtszauber in der Jugendstil-Hauptstadt

Egal aus welcher Himmelsrichtung sie kommen, etwas haben Erstbesucher von Riga meist gemein: Sie sind überrascht, wie schön die lettische Hauptstadt ist. Viele fragen sich wohl auch, warum sie das architektonische Kleinod nicht schon früher als Städtereiseziel in Betracht gezogen haben. Liegt Europas Kulturhauptstadt von 2014 doch bloss zweieinhalb Flugstunden von Zürich entfernt. Riga gilt zudem als Perle des Baltikums und Welthauptstadt des Jugendstils. Die Altstadt mit ihren verwinkelten, kopfsteingepflasterten Gässchen und mittelalterlichen Giebelhäusern zählt denn auch zum UNESCO-Weltkulturerbe. Besonders reizvoll ist die alte Hansestadt an der Daugava im Advent, wenn abertausende von Lichtchen um die Wette funkeln, Schneeflocken zu weihnachtlichen Klängen durch den Himmel tanzen und die Luft von Pfefferkuchen und Glühwein erfüllt ist. Zum Aufwärmen gönnen sich die Letten jedoch lieber einen «Schwarzen Peter» – Lettlands Nationalgetränk. Es besteht aus Kräuterlikör und heissem Johannisbeersaft und gibt’s auf jedem Weihnachtsmarkt zu degustieren. Leuchtend und festlich dekoriert locken die drei Märkte zudem mit warmen Kleidern für den kalten, lettischen Winter, Kunsthandwerk und kulinarischen Spezialitäten sowie dem «Gold des Nordens»: Bernstein.

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