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Ostern – ein Fest, eine Vielzahl von Bräuchen

Ostern ist das Fest der Auferstehung. Doch was haben bunte Eier und Schoggihasen damit zu tun? Auch der Ursprung ausländischer Osterbräuche lässt sich oft nicht auf Anhieb erraten. Oder wissen Sie, wieso man in Brasilien Strohpuppen verprügelt?

Ziemlich wunderlich erscheinen uns gewisse Osterbräuche anderer Länder. Doch andersrum ist es genauso. Und nicht nur Touristen dürften einige der hiesigen Ostertraditionen spanisch vorkommen. Denn: Was haben gefärbte Eier und Meister Lampe mit Ostern zu tun? Und warum versteckt er sie auch noch? Schon im Mittelalter kochten und färbten Christen Eier, da sie in der Fastenzeit weder Fleisch noch Eier assen. Also wurden sie der längerer Haltbarkeit Willen gekocht. Und wieso bunt? Ganz einfach: um sie von den rohen zu unterscheiden. Ausserdem gilt sowohl das Ei als auch der Hase als Symbol für Fruchtbarkeit und neues Leben. Im Gegensatz zum Eierfärben soll das Eierverstecken heidnischen Ursprungs sein. Der am weitesten verbreiteten Theorie nach, waren die Eier ursprünglich verschenkt worden – zu Ehren der germanischen Fruchtbarkeits-Göttin. Ein Ritual, das die Kirche aber verbot. So wurden sie fortan versteckt.

Beuteltiere aus Schoggi, Mini-Gräber für Fische

Den Osterhasen kennt hierzulande jedes Kind – nicht so in Australien. Denn aufs Langohr sind «Aussies» nicht gut zu sprechen. Die aus Europa eingeführten Hasen haben sich in «Down Under» nämlich zu einer Plage entwickelt und gefährden den Fortbestand einheimischer Tiere. So trat der Bilby, ein australisches Beuteltier in die Fussstapfen des Osterhasen. Er sieht diesem erstaunlich ähnlich und natürlich gibt es ihn auch als Schoggi-Version zu kaufen. Ein Teil des Erlöses fliesst in Tierschutzprojekte für die Rettung bedrohter Arten wie den Bilby. Auch in Irland ist ein Tier der Protagonist eines Osterritus – der Hering. Dieser wird am Ostersonntag nach einer feierlichen Prozession auf einer Wiese beerdigt. Ein Grund zu trauern, gibt es aber nicht – im Gegenteil. Denn mit diesem Akt tragen die Teilnehmer quasi die Fastenzeit zu Grabe, in der statt Fleisch bloss Fisch gegessen werden durfte.

Erhöhte Verletzungsgefahr für Mensch und Puppe

Weniger skurril mag uns Schweizern eine bulgarische Ostertradition vorkommen – auch wenn die Bulgaren wenig zimperlich mit Ostereiern umgehen. Daher sollten Hasenfüsse nach der Ostermesse reissausnehmen. Dann besteht erhöhte Gefahr für Kopfverletzungen. Schuld daran sind die vor der Kirche stattfinden Eierschlachten. Denn dabei werden nicht nur Kirchwände beworfen, sondern auch Familienmitglieder – vorzugsweise mit gekochten Eiern. Sonst sind die Gewinnchancen gleich null. Wessen Ei dabei unbeschädigt bleibt, dem soll ein erfolgreiches Jahr bevorstehen. Genauso unzimperlich verhalten sich die Brasilianer, die auf Strassen aufgestellte Strohpuppen beschimpfen und verprügeln. Was nach einem kollektiven Anti- Aggressionstraining aussieht, ist doch tatsächlich auch ein Osterbrauch. Doch wie bringt man eine Tracht Prügel auf einen österlichen Nenner? «Hau’ den Judas» lautet die Kurzversion der Erklärung. Etwas weniger plakativ formuliert: Jesus wurde vor seiner Kreuzigung durch einen seiner Jünger verraten: Judas. Daher muss er nun als Sündenbock hinhalten, auf den jeder Passant ungeniert einprügeln darf.

Fremde Brauchtümer zu erleben, bereichert eine jede Reise – keine Frage. Eintauschen wollen sie aber die wenigsten. Kein Wunder: Viel zu gut sind unsere Schweizer Schoggihasen.

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