Land der Sehnsucht

Andalusien steht für Kultur und Geschichte, aber auch für Kulinarik und über tausend Kilometer Küste. Trotz dieser Vorzüge sollte man den Süden Festland-Spaniens nicht besuchen, wenn man...

... Alhambra nur als Biermarke kennt. Die Alhambra in Granada ist zweifellos das bekannteste und prächtigste Monument, das die Mauren in Europa hinterlassen haben. Mehr als 700 Jahre herrschten sie über grosse Teile der Iberischen Halbinsel, am längsten in Andalusien. Die Alhambra ist eine riesige Stadtburg und eine der meistbesuchten Touristenattraktionen Europas. Ohne rechtzeitige Reservierung der Tickets kommt man kaum hinein. Auch für Granada sollte genügend Zeit eingeplant werden. Die 230 000-Einwohner-Stadt ist mit einer der wohl schönsten Altstädte der Welt gesegnet. Ein Labyrinth von Gassen, aus denen man gar nicht herausfinden will.

... Abwechslung nicht mag. In Andalusien kann man am gleichen Tag Ski-fahren und im Meer baden. Das Skigebiet Sierra Nevada–Pardollano liegt zwischen 2100 und 3200 Metern über Meer und bietet 107 Pistenkilometer. Wer gegen Mittag bereits genug hat vom Wintersport, ist in zwei Stunden an der weltbekannten Costa del Sol – wo das Meer selbst im Januar noch 17 Grad warm ist. Übrigens: Die Costa del Sol wird heute spasseshalber auch Costa del Golf genannt – wahrscheinlich gibt es nur bei den Briten mehr Golfplätze pro Quadratkilometer als im fast ewig-sonnigen Andalusien.

... auf das Menu Turistico besteht. Die Südspanier sind stolz auf ihre Küche. Von deftigen Eintopfvarianten im Gebirge über Rabo de Toro – geschmortem Ochsenschwanz, oft von Kampfstieren – bis hin zu der typisch mediterranen Küche an der Küste – das Angebot ist üppig. Wer sich nicht für eine einzelne Speise entscheiden kann, sollte unbedingt Tapas bestellen. Mit dabei sind da fast immer Häppchen mit Serrano-Schinken. Oder wie der Spanier sagt: «jamón de pata blanca» – Schinken von der weissen Klaue. Der bekannteste Serrano-Schinken kommt aus dem andalusischen Bergdorf Trevélez.

.... Schwarzmaler ist. Denn die weltbekannten weissen Dörfer sind eine Pracht. Im maurischen Stil gebaut und perfekt in die Landschaft eingepasst. Ronda, ein Städtchen, etwa eine Autostunde von Marbella entfernt, ist die inoffizielle Hauptstadt dieser Ortschaften. Zu den Attraktionen zählen die Brücke Puente Nuevo, die über die Schlucht El Tajo führt. Oder natürlich die Stierkampfarena: Die Plaza de Torros de Ronda wurde Ende des 18. Jahrhunderts gebaut und ist damit die älteste Arena ihrer Art weltweit, die man noch im Originalzustand bewundern kann. Übrigens: Es heisst, die Stierkämpfe seien das Einzige im Land, das pünktlich beginnt.

... Angst vor Erotik hat. Andalusiens Hauptstadt Sevilla ist auch Hauptstadt des Flamencos. Unbedingt eine Show im Museo del Baile Flamenco buchen! Besucher sind hautnah an den Tänzerinnen und Tänzern, fühlen Sehnsucht, Melancholie, Glück und eben knisternde Erotik. Ein wunderbarer Einstieg in eine andalusische Nacht, die in der Altstadt bei einem guten Abendessen ihre Fortsetzung finden sollte.

... allergisch auf Aussergewöhnliches ist. Denn als aussergewöhnlich muss man die Moscheekathedrale, die Andalusier nennen sie Mezquita, in Cordoba bezeichnen. Die Geschichte des zu den weltgrössten Sakralbauten zählenden Bauwerks ist so einfach wie kompliziert. Zuerst stand an gleicher Stelle ein römischer Tempel, dann eine westgotische Kathedrale, später machten die Mauren das christliche Gotteshaus dem Erdboden gleich und bauten eine riesige Moschee. Nach der Wiedereroberung Cordobas durch die Christen wurde die Moschee zur Kirche geweiht und Jahrhunderte später wurde in der Mitte des riesigen Gebäudes eine Kathedrale errichtet. Aus architektonischer Sicht eigentlich eine Todsünde, heute eine Attraktion.

ANDY FISCHER (Reise-Special am Wochenende, 27./28. Januar 2018)

  • Ronda

    Andalusien Rundreise

    3 Termine: Sep, Okt 2020

    Reiseleitung vor Ort

    Auserlesene Tapas, noble Pferde, pittoreske Dörfer und eine vielseitige Geschichte erwarten Sie.

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